Haus abreißen:
Was du wirklich beachten musst.
Genehmigung, Kosten, Artenschutz, Schadstoffe — der vollständige Leitfaden bevor der erste Stein fällt.
Auf einen Blick
Das Wichtigste vorab.
- 1Abrissgenehmigung: In den meisten Bundesländern erforderlich — Ausnahmen je nach Landesbauordnung.
- 2Artenschutz-Begehung: Pflicht nach BNatSchG — vor dem Abriss auf geschützte Tierarten prüfen lassen. Bußgeld bis 65.000 € bei Verstoß.
- 3Schadstoffgutachten: Für Gebäude vor 1990 fast immer Pflicht — Asbest, Teer, PCB müssen fachgerecht entsorgt werden.
- 4Kosten: 10.000 - 80.000 € je nach Gebäudegröße, Lage und Schadstoffbelastung.
- 5Entsorgung: Bauschutt ist kein normaler Abfall — getrennte Entsorgung und Nachweise nötig.
- 6Nachbarschutz: Lärm, Erschütterungen, Staubschutz — Pflichten gegenüber Nachbarn beachten.
- 7Ablauf: Genehmigung → Artenschutz-Begehung → Schadstoff-Gutachten → Abriss → Entsorgungsnachweis.
Abrissgenehmigung: Wann sie nötig ist — und wann nicht.
Die Antwort hängt vom Bundesland ab. In den meisten deutschen Bundesländern ist eine Abrissgenehmigung (auch: Abbruchgenehmigung) erforderlich — zumindest für Wohngebäude oder gewerbliche Bauten. Einige Länder haben die Genehmigungspflicht vereinfacht oder an bestimmte Größenschwellen geknüpft.
Grundsatz: Wer abreißt ohne die nötige Genehmigung, riskiert Bußgelder und muss im schlimmsten Fall den Abriss dokumentieren und seine Entsorgung nachweisen. Immer vorab bei der zuständigen Baubehörde (Bauordnungsamt) anfragen — Genehmigungsverfahren verstehen.
Was du für den Antrag typischerweise brauchst:
- Lageplan des Grundstücks
- Bestandspläne des Gebäudes (soweit vorhanden)
- Nachweis der Eigentümerschaft
- Je nach Bundesland: Schadstoffgutachten, Entsorgungskonzept, Artenschutz-Nachweis
Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen je nach Behörde und Vollständigkeit der Unterlagen. Plane ausreichend Vorlauf ein.
Denkmalschutz: Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, gelten deutlich strengere Regeln — hier reicht eine normale Abrissgenehmigung nicht.
Hausabriss Kosten: Was du wirklich einplanen musst.
Die Kosten für einen Hausabriss variieren stark. Grobe Orientierung: 10.000 bis 80.000 Euro — je nach Größe, Lage, Zugänglichkeit und Schadstoffbelastung.
| Faktor | Einfluss auf die Kosten |
|---|---|
| Gebäudegröße (m²) | Hauptkostentreiber — mehr Fläche = mehr Abriss, mehr Schutt |
| Lage & Zugänglichkeit | Enger Innenstadtkern = höherer Aufwand als freies Grundstück |
| Schadstoffbelastung | Asbest, Teer, PCB: erhöht Kosten um 30–100% |
| Keller & Fundament | Kellerabriss und Fundamententfernung deutlich teurer |
| Entsorgungskosten | Bauschutt-Entsorgung wird separat berechnet |
| Behörden & Gutachten | Genehmigungen, Schadstoffgutachten, Artenschutz-Begehung |
Kleines Haus (bis 100 m²)
ca. 15.000–30.000 €
Mittelgroßes Haus (100–200 m²)
ca. 25.000–50.000 €
Größeres Haus / Gewerbe
40.000–80.000 € und mehr
Wichtig: Vergleiche mindestens 3 Angebote. Achte darauf ,dass Entsorgung, Schadstoffentsorgung und eventuelle Gutachten im Angebot enthalten sind — oder dass du weißt, was extra kostet.
Artenschutz vor dem Abriss: Die Pflicht die fast jeder übersieht.
Das ist der Punkt den die wenigsten auf dem Schirm haben — und der am häufigsten für böse Überraschungen sorgt.
Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verbietet die Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten geschützter Tierarten — unabhängig davon, ob du privater Eigentümer oder großes Unternehmen bist. Wer abreißt ohne vorher zu prüfen, ob das Gebäude von geschützten Arten genutzt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Welche Tiere sind gemeint?
Das klingt nach Ausnahmefall — ist es nicht. Fledermäuse nutzen Dachstühle, Hohlräume unter Dachziegeln und Risse im Mauerwerk als Quartier. Haussperlinge, Mauersegler und Rauchschwalben bauen Nester an und in Gebäuden. Auch Mauereidechsen siedeln in alten Mauerritzen. All diese Arten sind streng geschützt.
Was passiert ohne Prüfung:
- Bußgeld bis zu 65.000 Euro
- Baustopp durch die Behörde
- Strafrechtliche Relevanz im Wiederholungsfall
- Verzögerung des gesamten Projekts
Die Lösung: Ökologische Vor-Abriss-Begehung
Vor dem Abriss lässt du das Gebäude von einem Fachgutachter auf geschützte Arten prüfen. Werden keine Arten gefunden: grünes Licht für den Abriss. Werden Arten gefunden: der Gutachter definiert Maßnahmen (z.B. Abriss außerhalb der Brutzeit) die den Abriss dennoch ermöglichen. Die Begehung dauert in der Regel 1–2 Wochen von Anfrage bis Bericht — deutlich weniger Zeit als ein nachträglicher Baustopp kostet. Jetzt direkt ein Artenschutzgutachten beauftragen. Alle Details zur Begehung vor dem Abriss findest du auf unserer Leistungsseite.
→ Begehung vor Abriss anfragen Kurzfristig verfügbar · Fixpreis · Bericht digital · BundesweitSchadstoffe im Altbau: Was du wissen musst.
Für Gebäude, die vor 1990 errichtet wurden, gilt: Schadstoffgutachten vor dem Abriss ist Pflicht — oder zumindest dringend empfohlen. Die häufigsten Problemstoffe:
Asbest
Bis 1993 verbaut. Wellplatten, Fassaden, Fußboden, Dachpappe und Klebstoffe. Fachgerechte Entfernung durch zertifizierte Betriebe Pflicht.
Teer und PAK
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in alten Bitumenprodukten, Parkettkleber und Dachpappe.
PCB
Polychlorierte Biphenyle in Fugenmassen, Kondensatoren und alten Anstrichen.
KMF
Künstliche Mineralfasern in alten Dämmstoffen und Heizkörperverkleidungen.
Schadstoffe und Artenschutz gehören zusammen: Eine vollständige Umweltschutzprüfung für deinen Abriss deckt beide Bereiche ab und schützt dich rechtlich auf ganzer Linie.
Vorgehen:
- Schadstoffgutachter beauftragen (vor Abrissantrag sinnvoll)
- Schadstoffhaltige Materialien fachgerecht ausbauen lassen
- Getrennte, dokumentierte Entsorgung bei zertifizierten Entsorgern
- Entsorgungsnachweise aufheben — Behörden können sie anfordern
Kosten: Je nach Schadstoffmenge und -art 3.000–30.000 € zusätzlich. Illegale Entsorgung ist strafbar und letztlich teurer.
Diese 5 Fehler machen Hausbesitzer beim Abriss — und wie du sie vermeidest.
Fehler 1: Ohne Genehmigung loslegen
"Das geht schnell, bis die Behörde reagiert ist alles weg." — Stimmt nicht. Behörden verhängen Bußgelder auch im Nachgang und fordern manchmal Dokumentation der Entsorgung.
Immer erst Genehmigung, dann Abriss.
Fehler 2: Artenschutz ignorieren
Der teuerste Fehler. Ein Baustopp wegen Fledermäusen im Dachstuhl kostet Wochen und in Summe oft mehr als die Begehung selbst.
Begehung vor dem Abriss — günstiger als jeder Baustopp.
Fehler 3: Kein Schadstoffgutachten bei Altbauten
Wer Asbest unwissentlich abreißt, hat ein Problem. Entsorgungskosten für unbekannte Schadstoffe treffen im laufenden Abriss und sprengen das Budget.
Gutachten vor dem Abriss ist günstiger als Überraschungen währenddessen.
Fehler 4: Nur ein Angebot einholen
Abrissfirmen kalkulieren sehr unterschiedlich — Preisunterschiede von 30–50% sind normal.
Mindestens 3 Angebote einholen, Scope im Detail vergleichen.
Fehler 5: Entsorgungsnachweise nicht sichern
Behörden können Entsorgungsnachweise noch Jahre nach dem Abriss anfordern. Wer sie nicht hat, hat ein Problem.
Alle Dokumente sorgfältig aufbewahren — mindestens 10 Jahre.
Deine Checkliste: Was du vor dem Abriss erledigen musst.
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Häufige Fragen
Fragen rund um den Hausabriss.
Abriss geplant?
Artenschutz abgedeckt?
Den meisten Schritt vergessen Hausbesitzer und Bauunternehmen — die Artenschutz-Begehung vor dem Abriss. Team Wloka führt sie durch: kurzfristig, bundesweit, Fixpreis. Mit klarem Bericht der deinen Abriss-Termin absichert.
→ Begehung vor Abriss anfragenTeam Wloka | Über 17 Jahre Umweltplanung & Artenschutz | Bundesweit